Fortsetzung 10 aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

(..) Wenn ehrlich nicht mehr hilft, dann halt unehrlich.¬†Wenn Sie sich jetzt √ľber die Beispiele √§rgern, dann muss ich Sie aber daran erinnern, dass diese¬†¬†√Ąrzte immer noch mit legalen¬†Mitteln arbeiten. Es geht aber auch anders ‚Äď man kann auch wunderbar tricksen, wobei das noch der vornehme Ausdruck¬†ist. Ich w√ľrde es lieber so ausdr√ľcken: Man kann auch wunderbar betr√ľgen, um mehr Geld f√ľr seine Patienten zu bekommen.¬†Und das machen nicht wenige. H√∂rt man den¬†√Ąrzten zu,¬†dann machen¬†es sogar alle. Das sagten mir¬†√Ąrzte, die solche Abrechnungen¬†einreichen. Immer mit der Entschuldigung: ¬ęDas machen doch alle!¬Ľ¬†Erst vor kurzem war ich bei einem Treffen von¬†¬†√Ąrzten in¬†¬†S√ľddeutschland. Ich hatte aber eher das Gef√ľhl, an den Stammtisch eines Wolfsrudels geraten zu sein. Alle trugen¬† ¬†Outdoorkleidung von Jack Wolfskin, als w√ľrden sie gleich zu einer Bergtour starten. Das Logo der Firma ist eine aufgestickte¬†Wolfstatze. Und da sa√ü ich nun zwischen zw√∂lf¬†¬†√Ąrzten im Wolfspelz, die √ľber ihren Kalendern br√ľteten. Es ging um Bereitschaftsdienste¬†im kommenden Quartal, wann wer f√ľr die Kollegen Dienst macht.¬†Dabei kamen sie auch auf den neuen Ziffernkatalog f√ľr die¬†Abrechnungen zu sprechen, den neuen EBM,¬†der im Oktober¬†2013 aktualisiert worden war.

Oben habe ich bereits von einer Neuigkeit geschrieben, der¬†Ziffer 03220 f√ľr chronisch Kranke. Aber damit nicht genug: F√ľr alte Menschen gibt es ebenfalls zwei neue Ziffern, die¬†mehr Geld bringen. An dem Rudel-Tisch in der Wirtschaft ging es schnell um die Vorteile dieser Geld-Nummern. Ziffer¬†03360: Die¬†√Ąrzte k√∂nnen mit Patienten im Alter ab siebzig einen Test machen. Quasi einen T√úV f√ľr √§ltere Menschen, in¬†Arztsprache ¬ęgeriatrisches Basisassessment¬Ľ genannt. Stellt der Arzt bei diesem Check zum Beispiel Vergesslichkeit fest, kann¬†er eine beginnende oder sogar schwere Demenz diagnostizieren.Dazu beackert er mit seinem Patienten oder seiner Patientin¬†einen Fragebogen. ¬ęMini-Mental-Status-Test¬Ľ hei√üt der. Ein paar Kostproben gef√§llig?

¬ęWelchen Tag haben wir heute?¬Ľ

¬ęWo sind wir?¬Ľ

¬ęBuchstabieren Sie bitte ‚ÄĻRadio r√ľckw√§rts!¬Ľ

Sehr aufschlussreich ist, dass die Autoren des Fragebogens¬†das r√ľckw√§rtsgeschriebene ¬ęO-I-D-A-R¬Ľ vorsorglich neben die Aufgabe gedruckt haben. Die ¬ęnicht dementen¬Ľ¬†¬†√Ąrzte haben¬†offenbar selbst Probleme, Radio r√ľckw√§rts zu buchstabieren‚Ķ

Aber wir m√ľssen weitermachen, unendlich Zeit haben wir¬†f√ľr diesen Test nat√ľrlich nicht! Ich nenne Ihnen jetzt drei Gegenst√§nde:¬†Auto, Blume, Kerze. K√∂nnen Sie wiederholen, welche¬†Gegenst√§nde ich gerade genannt habe? Und auch beim¬†√§rztlichen Fragebogen¬†dreht es sich gleich wieder ums Thema¬†Geld. In einer Aufgabe soll der Arzt den Patienten bitten, ihm¬†folgenden Satz nachzusprechen:¬†¬ęSie leiht ihm kein Geld¬†mehr!¬Ľ¬†Wenn Sie das nicht mehr auf die Reihe bekommen, sind Sie¬†gerade sehr aktiv dabei, dem Herrn Doktor¬†¬†zu Geld zu verhelfen!¬†Bei jeder falschen Antwort gibt es n√§mlich Punktabzug.¬†Und Sie werden nicht erraten, wie unglaublich ¬ęaufw√§ndig¬Ľ danach diagnostiziert wird. Die erreichten Punkte z√§hlt man zusammen, und es gibt wie beim Pers√∂nlichkeitstest in der Illustrierten¬†eine Tabelle:¬†Wer nur 25 bis 18 Punkte schafft, kann¬†vom Arzt schon den ¬ęHinweis auf eine leichte Demenz¬Ľ attestiert¬†bekommen. 17 bis 10 mittelschwere¬† Demenz.¬†Unter¬†10¬†ist es dann eine schwere Demenz.

Aber ich muss erst einmal festhalten: Eigentlich ist es keine schlechte Idee, dass √Ąrztinnen und √Ąrzte mehr Geld f√ľr demente Patienten bekommen. Vorausgesetzt, sie haben dann mehr Zeit f√ľr ihre Behandlung! Und so war es wohl auch gedacht. Kommt bei diesem ¬ęMini-Mental-Status-Test¬Ľ eine Demenz-Diagnose heraus, kann der Arzt eine neue Ziffer abrechnen, n√§mlich die 03362. Die bringt mehr Geld, und hoffentlich nimmt er sich dann mehr Zeit. Aber der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist gewaltig, und ich w√ľrde nur zu gerne wissen, welcher Mini-Mental-Kleingeist sich dieses naive System ausgedacht hat, das eigentlich aus einem richtigen Gedanken entstanden ist. Eine √Ąrztin hatte mir dazu einen warnenden Brief geschrieben: ¬ęDie alten Patienten werden zu ‚ÄĻDeppen‚Äļ gemacht ‚Äď auch wenn sie noch so r√ľstig sind¬Ľ, stellte sie fest. ¬ęDenn die Preisfrage ist: Wer soll bitte kontrollieren, ob dieser Test korrekt gemacht worden ist und die Diagnose stimmt?¬Ľ Zur√ľck zu den W√∂lfen in die Kneipe. Mich interessierte brennend, wie sie wohl mit diesem Test umgehen. Als ich das Thema ansprach, heulte das Rudel begeistert den Euro-Mond an: Keiner k√∂nnte das kontrollieren, und es sei leicht, eine beginnende Demenz zu diagnostizieren. Sie m√ľssen nur siebzig Jahre alt sein und bei solchen Tricksern im Behandlungszimmer sitzen. Von den Euros, die dann f√ľr Ihren erh√∂hten Betreuungsaufwand √ľberwiesen w√ľrden, bek√§men Sie als Patient nichts mit. F√ľr den Gro√üteil des Rudels eine saftige Beute. Zweien von den √Ąrzten wurde es dann doch zu ungem√ľtlich. ¬ęWas ist, wenn das auffliegt?¬Ľ, fragte ein √§lterer Kollege. Ihm war unwohl bei dem Gedanken, dass er einen Patienten auf dem Papier dement machen kann, nur weil der bei einer Untersuchungsfrage zu lange √ľberlegen muss. Einer der anwesenden Doktoren b√ľgelte die Einw√§nde aber flach: ¬ęWer soll das denn kontrollieren?¬Ľ Ich musste erst mal schlucken, denn am gleichen Tag h√∂rte ich im Radio die Nachricht, dass es in Deutschland immer mehr Demenzkranke gibt. Sehr witzig, habe ich bei mir gedacht. √úber diese steigenden Zahlen brauchen wir uns gar nicht zu wundern, wenn die Regeln die √Ąrzte f√∂rmlich dazu einladen, die Patienten dement zu machen. Aber tats√§chlich ist das √ľberhaupt nicht zum Lachen. Nennen wir es doch beim Namen! Das ist Betrug. Und zu diesem Betrug werden die √Ąrzte regelrecht verf√ľhrt. Und keinen st√∂rt es, weil es ja angeblich alle machen. Und was hei√üt das f√ľr uns Patienten? M√ľssen wir uns in Zukunft ab siebzig auf den Arztbesuch vorbereiten und noch mal im Kopf durchgehen, wie man ¬ęRadio¬Ľ r√ľckw√§rts buchstabiert? (…)

Fortsetzung folgt ….. wie Sie hier nachlesen k√∂nnen, es ist wichtig ein informierter Patient zu sein!

 
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Fortsetzung 9 aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

(‚Ķ) Sp√§ter habe ich auch von anderen √Ąrzten aus ganz Deutschland erfahren, dass sie diese Serviceangebote in Anspruch genommen haben. Sie erz√§hlten mir, dass die Damen von der Pharmafirma keinen Hehl daraus gemacht h√§tten, was sie als Gegenleistung erwarteten: eine Bevorzugung von Medikamenten ihres Unternehmens bei der Verschreibung. Sp√§ter wollte ich mit ein paar √Ąrzten √ľber diese Gef√§lligkeitsdienste und deren Folgen diskutieren. Nicht nur, dass es mehr als m√ľhsam war, die damit verbundene Abh√§ngigkeit und Erpressbarkeit zu thematisieren. Auch die vorgebrachten Gegenargumente lie√üen meinen Adrenalinspiegel bedenklich in die H√∂he steigen. In der Runde wurde ich als personifizierte Kassenpatientin angesehen, zwar eine, die sich auskennt, der man aber trotzdem den ganzen Frust √ľber dieses √§rztliche Problemfeld ¬ęKassenpatient¬Ľ an den Kopf werfen kann. Zum Beispiel, dass dieses Aufsp√ľren von versteckten Goldnuggets in der Abrechnung nichts anderes sei, als sich das zu holen, was ihnen zustehe! Als w√§re ich verantwortlich f√ľr die √úberb√ľrokratisierung in den Praxen und den √§rztlichen Kassenfrust. Zum Schluss warf ich ihnen meine ganze Wut an den Kopf: ¬ęF√ľr mich blitzt bei diesen Gef√§lligkeitsdiensten das korrumpierende System mit all seinen Widrigkeiten bis hin zur √§rztlichen Erpressbarkeit durch!¬Ľ Danach gingen wir getrennte Wege, und die Herren mussten den Rest des Abends allein verbringen. Das ist nur ein Beispiel f√ľr die Gesch√§ftsmodelle, die sich aus dieser wuchernden B√ľrokratie entwickeln. Was mich √§rgert, ist, dass wir durch unsere Kassenbeitr√§ge nicht nur diesen Wahnsinn finanzieren, sondern mittlerweile unser Beitragsgeld an Firmen flie√üt, die √Ąrzten diesen Verwaltungsapparat erkl√§ren m√ľssen. Ich m√∂chte aber nicht pauschal von ¬ęden¬Ľ √Ąrzten sprechen. In Deutschland gibt es ca. 140.000 niedergelassene Individualisten. Jeder versucht auf seine Art und Weise, in dem System seinen Schnitt zu machen. Ein anderer Arzt erz√§hlte mir, dass er nur eine bestimmte Zahl von Kassenpatienten behandelt. Grund: Die Kassenpatienten dienen als festes, gesichertes Einkommen. Ist die Zahl erreicht, die seine fixen Kosten abdeckt, nimmt er keine neuen mehr auf. Seinen profitablen Umsatz macht er, so seine Erkl√§rung, mit sogenannten IGeL- Leistungen (individuellen Gesundheitsleistungen), also Behandlungen, die nicht von den Kassen honoriert werden, sondern von den Patienten selbst bezahlt werden m√ľssen. Und mit Privatpatienten! Wenn Sie auf dem Land wohnen, dann k√∂nnen Sie mal √ľberlegen, was es bedeutet, wenn der Arzt in Ihrem Dorf so arbeitet. Wenn Sie leider als der Patient in die Praxis kommen, der √ľber dem Limit der fixen Kostenabdeckung liegt, sind Sie der Depp. Dann k√∂nnen Sie schon mal √ľberlegen, wo Sie in Ihrer Umgebung die n√§chste Praxis finden. Der Kassenpatient ist so nur noch Mittel zum Zweck. Ein Fall, um die Existenz zu sichern. Ich habe in den Jahren viele Dutzend √Ąrzte kennen gelernt, von denen ich mich nicht behandeln lassen w√ľrde. Schon beim ersten Blickkontakt hatte ich das Gef√ľhl, dass sie im Patienten nur das Geld sehen, das sie verdienen k√∂nnen. Das ist wie bei diesen alten Registrierkassen, die immer ¬ęTschitsching!¬Ľ gemacht haben, wenn die Geldschublade aufsprang. Und in diesen Arztk√∂pfen macht es dauernd auch nur ¬ęTschitsching!¬Ľ und noch mal ¬ęTschitsching!¬Ľ. (..)

Fortsetzung folgt  -

 
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Fortsetzung 8 aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

(..)¬† Ein weiterer toller Tipp der Beraterliga: Die¬†√Ąrzte sollen sich von den Patienten anrufen lassen. Das kann man abrechnen! Besonders gut ist so ein Nachfragetelefonat am Wochenende. Also den Patienten in der Sprechstunde bitten: ¬ęRufen Sie mich noch mal am Wochenende an, damit ich wei√ü, wie es Ihnen geht!¬Ľ Den¬†√Ąrzten wird also per Beratung beigebracht, ihre Patienten so clever zu behandeln, dass sie mehr Geld bekommen. Diese Gesch√§ftsidee scheint immer mehr um sich zu greifen, nach dem Motto: Damit auch nichts verloren geht! Eine Beraterin dr√ľckte den¬†√Ąrzten ‚Äď so quasi als Extra-Nachtisch ‚Äď nach der ¬ęSchulung¬Ľ im November 2013 ihre Visitenkarte mit dem Rat in die Hand, dass sie sich beeilen sollten. Sie sei sehr gefragt! Zuf√§lligerweise kenne ich diese Dame und hatte auch schon vor ein paar Jahren das Vergn√ľgen, bei einem solchen Praxisbesuch dabei zu sein. Damals kam die Frau allerdings im Auftrag einer Pharmafirma.

An diesen Mittwochnachmittag kann ich mich noch lebhaft erinnern. Die nette Dame von der Pharmafirma kam im eleganten Hosenanzug, mit Laptop und einer T√ľte vom B√§cker unterm Arm. Der Auftritt wirkte professionell, sie h√§tte genauso gut aus der Hochglanzbrosch√ľre von McKinsey stammen k√∂nnen. Als ich ihr Outfit sah, dachte ich: Wieder eine, die meint, es langt ein Hosenanzug, um clever zu sein. Aber das lag wohl daran, dass ich Hosenanz√ľge hasse ‚Ķ Akribisch suchte sie nach M√∂glichkeiten, mehr Geld mit der Praxis rauszuholen. Aus der B√§ckert√ľte zauberte sie √ľbrigens s√ľ√üe Kuchenst√ľcke und aus der Abrechnung s√ľ√üe Neuigkeiten f√ľr die √Ąrzte. Die Doctores bekamen den Mund gar nicht mehr zu vor lauter Kauen und Staunen, denn in ihrem Laden ging noch einiges!

Eine kurze Erkl√§rung dazu: Die Abrechnung mit den Ziffern kann man nicht ins Unendliche treiben. Ab einem gewissen Betrag ist das Budget ausgesch√∂pft und Schluss mit der Bezahlung. In Bayern liegt dieses Regelleistungsvolumen (RLV) f√ľr Haus√§rzte bei ca. 38 Euro. Fragt man Fach√§rzte, sagen die, sie w√§ren froh, das zu bekommen! Da liegt einer der Stachel zwischen den¬†√Ąrzten.

Auch bei Haus√§rzten wird in den verschiedenen Bundesl√§ndern mit anderen Betr√§gen gerechnet. Das RLV ist die Ursache f√ľr die Aussage von vielen¬†√Ąrzten: ¬ęWir behandeln gratis!¬Ľ Ist die Grenze des RLV erreicht, behandelt der Arzt den Patienten danach bis zum Ende des Quartals quasi kostenlos. Egal, ob der Patient nur einmal kommt oder zehnmal. ¬ęFlatrate-Medizin¬Ľ hat deshalb einer die Behandlung von Kassenpatienten ver√§chtlich genannt.

Das kann man mit All-you-can-eat-Angeboten von Restaurants vergleichen. F√ľr 38 Euro kann man essen, bis man platzt. Aber es gibt eine Ausnahme, die es √ľbrigens so √§hnlich auch bei den¬†√Ąrzten gibt: Die Getr√§nke sind meistens nicht in der Flatrate drin. Die Rechnung kann also durchaus saftiger ausfallen. Die √Ąrzte k√∂nnen √ľber Weiterbildungsma√ünahmen besondere Untersuchungen anbieten, die ihnen extra bezahlt werden. Wer sich gerne sperrige B√ľrokratenbegriffe merken m√∂chte, kann das Wortunget√ľm ¬ęqualit√§tsorientierte Zusatzverg√ľtungen¬Ľ als K√ľrzel QZV speichern.

Die Dame mit den s√ľ√üen Kuchenst√ľckchen im Gep√§ck empfahl den √Ąrzten damals, solche Untersuchungen noch √∂fter zu machen. Sie sollten zum Beispiel in der restlichen Zeit des Quartals mehr Belastungs- und Langzeit-EKGs machen, da seien noch Kapazit√§ten im Budget offen! Auch bei den Ultraschalluntersuchungen sollten sie zulegen. Ich habe mich gefragt, wie die¬†√Ąrzte das denn machen sollen. Solche Untersuchungen kann doch niemand vorhersagen! Was die Patienten brauchen und ob in den letzten Wochen des Quartals Patienten kommen, die das brauchen, stand nicht zur Diskussion. Es war der Dame im Hosenanzug auch nicht so wichtig wie die aufgepeppte Abrechnung. Was bringt aber einer Pharmafirma so eine Nachhilfestunde? Mit Sicherheit war dieser Nachmittag nicht f√ľr einen Gotteslohn. Die Dame hatte ja noch eine Stofftasche dabei. Da war aber nicht mehr Kuchen drin, sondern Proben eines neuen Medikaments der Firma und Infomaterial f√ľr Patienten.(..)

Fortsetzung folgt ‚Äď bleiben Sie dran, es f√§ngt erst an spannend zu werden!

 
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Fortsetzung 7 – aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

Das Geschäftsmodell Arzt

Die gesch√§ftst√ľchtigen¬†√Ąrzte versuchen nun, das Beste aus dem bestehenden Regelwerk herauszuholen. Sie handeln wie Kaufleute, so sehen es manche zumindest. Ein Mitglied in einem Internet-√Ąrzteforum schrieb einmal, wenn Politiker und Funktion√§re die Anliegen der¬†√Ąrzte mit F√ľ√üen tr√§ten und ihre Existenzen bedroht seien m√ľsse ¬ędie kaufm√§nnische Seite sogar die Oberhand gewinnen¬Ľ. W√§hrend die¬†√Ąrzte zaghaft ihre kaufm√§nnische Ader entdecken, sind andere schon l√§ngst im Gesch√§ft. In diesen Gesundheitskaufh√§usern muss schlie√ülich die Buchhaltung stimmen. Wie es f√ľr uns Berater in allen Belangen gibt, gibt es f√ľr die¬†√Ąrzte ebenfalls freundliche Helfer. Das EBM-Ziffern-Regelwerk ist ja schon komplex genug, gut also, dass jemand die oft √ľberforderten¬†√Ąrzte unterst√ľtzt, wenn wieder einmal neue Ziffern herauskommen, was zuletzt im Oktober 2013 passiert ist. Diese Helfer machen das in der Regel nicht aus christlicher N√§chstenliebe, sondern weil sie selbst eine Gesch√§ftsidee haben.Im November 2013 habe ich mich mit einem Arzt unterhalten, der mir von einer Einladung in ein Luxushotel erz√§hlt hat. Eine Pharmafirma und eine Unternehmensberatung hatten eine medizinische Weiterbildung und eine berufspolitische Fortbildung organisiert: ¬ęDer neue Haus√§rzte-EBM ‚Äď was kommt auf Sie zu?¬Ľ Auch die Kassen√§rztliche Vereinigung hat solche Kurse angeboten, die haben die neuen Ziffern ja auch ausgeheckt. Oft kosten diese Kurse sogar etwas. Die¬†√Ąrzte g√∂nnen einander¬†offensichtlich nichts. Ganz anders die Pharmafirmen. Ihre Fortbildung war kostenlos, inklusive Drei-G√§nge-Men√ľ. Von dem wusste der Arzt anfangs noch nichts. ¬ęDa habe ich nach der Vorspeise gedacht, das w√§re alles, und wollte gehen!¬Ľ Aber die Berater haben ihn dann doch zum Bleiben √ľberredet, der Hauptgang kam ja noch. Die Botschaft der Fortbildung sei dann gewesen: Mit den neuen Ziffern bek√§men die¬†√Ąrzte weniger als vorher. Das wussten sie zwar selbst schon, ebenso dass alles noch komplizierter wurde. Das Angebot dieses ¬ęBildungsnachmittags plus Abendessen ¬Ľ im sch√∂nen Ambiente war nun: Mitarbeiter der Unternehmensberatung kommen in der Praxis vorbei und werfen einen Blick auf die Abrechnung plus Beratung am offenen PC! Dort sollen sie dann gezielt kommen, die Extra-Tipps ‚Äď gegen Bezahlung, versteht sich ‚Äď, wie man sein Einkommen sichern, sein Budget strecken und f√ľllen kann. Die¬†√Ąrzte sollen auf die Chroniker-Ziffern achten!

Fortsetzung folgt Рes kommt der Blick auf die Folgen der Systemfehler, bleiben Sie dran!  RH

 
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Fortsetzung 6 aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

Ein Beispiel gefällig?

Neu in diesem Unsinns-Regelwerk (das √ľbrigens kurz EBM hei√üt ¬ęEinheitlicher Bewertungsma√üstab¬Ľ) sind Ziffern f√ľr chronisch Kranke. Kommt also zum Beispiel ein Patient mit Diabetes zum ersten Mal in die Praxis, muss die Zahl 03220 eingetragen werden. Die KV gibt daf√ľr 13 Euro. Kommt der Diabetiker noch einmal, muss die 03220 wieder gel√∂scht und stattdessen 03221 eingetragen werden, das ist die Ziffer f√ľr seinen zweiten Besuch in der Praxis. Erst ab diesem gibt es zwei Euro mehr im Quartal. Wenn nun aber im Tagestrubel jemand in der Praxis vergisst, die Zahlen zu ver√§ndern, oder sich vertippt ‚Äď ein Zahlendreher ist schnell mal m√∂glich ‚Äď, kann das bei vielen Patienten den Arzt schnell eine Stange Geld kosten. Was ist die Konsequenz daraus? Die √Ąrzte sind gezwungen, mehr auf die Zahlen zu sehen, laufend zu kontrollieren. Wenn andere Leute abends schon l√§ngst vom Alltag abgeschaltet haben, sitzen √Ąrzte noch vor dem Computer und √ľberpr√ľfen den Tagesablauf. Aber sie haben keine Wahl. Entweder sie investieren hier ihre eigene Lebenszeit, stellen vielleicht extra daf√ľr jemand ein, oder die Praxis riskiert enorme Verluste.

Was macht das mit den √Ąrzten? Dieses b√ľrokratische Unsinns-System ver√§ndert sie. Die Priorit√§ten werden verschoben. Sie sind mittlerweile mehr Verwalter von Patienten als deren √Ąrzte. Diese B√ľrokratie frisst Zeit auf, die wir als Patienten in den Praxen so oft vermissen. Zeit f√ľr uns, die ein Softwareprogramm einteilt und an die ein Bildschirm-Laufband den Arzt erinnert. Aber es kostet eben nicht nur die Zeit, sondern auch Energie. Am Tag sieht ein Arzt oft sechzig Patienten: sechzig einzigartige F√§lle, jeder hat seine Probleme. Er muss sich auf jeden einlassen. Anstatt abends oder in den Ferien Kraft zu tanken, zwingt das System die √Ąrzte, die eingetragenen Ziffern und die Rezepte sowie sich selbst und die Mitarbeiter zu kontrollieren. Es zwingt sie, misstrauisch zu sein, denn jeder Fehler kostet Geld. Das ist wie mit einem Luftballon, der in einem Glas aufgeblasen wird. Je gr√ß√üer der Luftballon wird, desto weniger Platz ist noch √ľbrig f√ľr die Luft im Glas.

So werden die Menschen von der B√ľrokratie unseres Gesundheitssystems an den Rand gedr√§ngt. Wie hie√ü es auf dem Laufband? ¬ęDie Behandlungszeit f√ľr diesen Patienten ist abgelaufen!¬Ľ Die Verwaltungszeit, die der Arzt danach f√ľr mich aufwenden musste, hat bestimmt doppelt so lange gedauert. Das ist doch verr√ľckt: Letztlich schaden wir uns selbst, wenn wir eine so absurde Situation zulassen, die nicht den Menschen, sondern die Verwaltung zum Ma√üstab nimmt. Es ist eigentlich zum Lachen, dass mir der Arzt damals nicht erkl√§ren konnte, warum ich zu gehen hatte. Daf√ľr habe er schlie√ülich kein Budget, sagte er mir. In den 350 Seiten des EBM gibt es ja keine Abrechnungsziffer f√ľr Nachhilfe im Gesundheitssystem.Genauso wenig wie f√ľr viele Eins√§tze des lieben Doktors. Vielleicht sollte man sagen: Die B√ľrokraten und Technokraten haben den Herrn und die Frau Doktor l√§ngst auf ihren Schreibtischen geopfert.

Fortsetzung folgt – bleiben Sie dran – wer die Hintergr√ľnde des Systems kennt, kann als informierter Patient auftreten!

 
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Fortsetzung Teil 5 aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

Abrechnen in den Weihnachtsferien

In den Weihnachtsferien habe ich eine √Ąrztin, die ich gut kenne, in ihrer Praxis besucht. Dieser Januar war traumhaft warm, und die Sonne strahlte am Himmel. Kein Vergleich zum d√ľsteren Vorjahr. Viele andere haben die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester zum Entspannen genutzt. Sie aber sa√ü in ihrer Praxis vor ihrer Quartalsabrechnung. Als sie mir die T√ľr √∂ffnete und ich eintrat, war es wie ein Sprung vom helllichten Tag in die Nacht. √úberall brannte Licht. Die Rollos waren wie immer bei geschlossener Praxis heruntergelassen. W√§ren sie oben, w√ľrden unter jeder Garantie Patienten klingeln. Die √Ąrztin sa√ü vor ihrem Computer, auf dem Schreibtisch stapelweise Papier, und √ľberpr√ľfte die Unterlagen von Patient zu Patient. Das sind nicht wenige, die sie mit ihren beiden Kollegen betreut. ¬ęDas ist doch Schikane!¬Ľ, sagte ich zu ihr. ¬ęDie Leute, die sich diesen b√ľrokratischen Oberschmarren hier ausgedacht haben, fahren jetzt irgendwo Ski, liegen in der Sonne, und du sitzt hier und kontrollierst jede einzelne Zahl und jeden einzelnen Buchstaben von dem zu Ende gehenden Quartal.”

Sie meinte, dass ich schon recht h√§tte. ¬ęAber was soll ich machen? Ich muss hier akribisch schauen, dass ich nichts vergesse und nirgendwo ein Zahlendreher drin ist.¬Ľ Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Zahlendreher? Dazu muss ich ein paar Takte erkl√§ren. Die niedergelassenen √Ąrzte bekommen ihr Geld nicht von der Krankenkasse ausbezahlt, sondern von der Kassen√§rztlichen Vereinigung (KV) ‚Äď f√ľr mich eine mehr als dubiose Einrichtung in diesem System und mir deshalb, sp√§ter ein eigenes Kapitel wert. Die KV verhandelt f√ľr die √Ąrzte nicht nur mit den Kassen, wie viel Geld ein Arzt f√ľr seine Leistung an uns Kassenpatienten bekommt, sondern sie bekommt das Geld von den Kassen √ľberwiesen, um es an die √Ąrzte nach einem absurden Ziffernsystem auszubezahlen! Seit ich selbst eingestiegen bin in diesen Wirrwarr von Ziffern und Buchstaben, um den Wahnsinn nachzuvollziehen, sage ich immer wieder: Dieses System ist nicht mehr vermittelbar! Kein Mensch kann sich vorstellen, wie unn√∂tig kompliziert hier verwaltet wird. Seit ich mit meinen Recherchen begonnen habe, hat sich dieses Abrechnungssystem mehrfach grundlegend ge√§ndert. Angefangen hat es mal mit P√ľnktchen, mittlerweile sind die Schreibtischt√§ter auf die tolle Idee gekommen, immer mehr Ziffern zu verwenden. Jede Behandlung muss mit einer Ziffer eingetragen werden, f√ľr die es dann eine bestimmte Summe gibt. Die zwei B√ľcher mit den entsprechenden Ziffern sind 350 Seiten dick, und erst im Oktober 2013 sind weitere Seiten dazugekommen.(…)

Fortsetzung folgt, bleiben Sie dran…..! RH

 
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Fortsetzung 4 aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

Wer hat den Bergdoktor auf dem Gewissen?

Die Nachfahren von Albert Schweitzer gibt es heute nur noch im deutschen Fernsehprogramm. Arztserien wie ¬ęDer Bergdoktor¬Ľ, ¬ęIn aller Freundschaft¬Ľ und ¬ęFamilie Dr. Kleist¬Ľ erzielen regelm√§√üig gute Einschaltquoten. Die Serien zeigen uns die perfekten¬†√Ąrzte. Sie haben offene Ohren f√ľr ihre Patienten und Mitarbeiter, und wenn es irgendwo Probleme gibt, springen sie sofort ins Auto und rasen los. Das sind nat√ľrlich Fantasien von Drehbuchautoren. Doch irgendwie m√ľssen sie die Sehnsucht in uns nach einer heilen Welt anheizen, denn sonst w√ľrden wir nicht so oft einschalten.Wenn man nach solchen¬†√Ąrzten in der Realit√§t sucht, st√∂√üt man auf keinen Albert Schweitzer. Er war ein Arzt, f√ľr den es wichtig war, Menschen zu helfen. Nun ist aber Albert Schweitzer lange tot, und die echten Abbilder des Bergdoktors st√ľrzen gerade vom Felsen ab, auf den wir sie gehoben haben. Eigentlich genie√üen √Ąrzte seit Jahrzehnten in unserer Gesellschaft ein sehr hohes Ansehen. Ein ¬ęHerr Doktor¬Ľ zu sein, das ist mal was!Wer Menschen heilt, muss ein Menschenfreund und an sich ein guter Mensch sein. Diese Erwartungen waren sicherlich oft √ľbertrieben,und vielleicht gerade weil sie zu hoch waren, sp√ľrt man jetzt die Entt√§uschung umso st√§rker. Denn dieser solide Image-Felsen br√∂ckelt. Immer¬†√∂fter stehen¬†√Ąrzte¬†√∂ffentlich als gierig da. Die¬†√Ąrzte sind an solchen Bildern nicht unschuldig. Seit¬† Jahren diskutiere ich mit ihnen √ľber unser System. Solidarit√§t hat die Masse der¬†√Ąrzte in diesen Jahren aber herzlich wenig interessiert. Vor kurzem habe ich mit einem Arzt gesprochen, der zu mir sagte: ¬ęDas Solidarystem brauchen wir nicht. Es ist ungerecht.¬Ľ¬ęWie?¬Ľ, habe ich ihn gefragt. ¬ęUngerecht f√ľr wen? F√ľr euch √Ąrzte?¬ĽDa hat er unumwunden Ja gesagt: ¬ęIm Solidarsystem bekommen wir nicht, was wir verdienen.¬ĽSo ging es all die Jahre in meinen unz√§hligen Gespr√§chen mit¬†√Ąrzten immer nur um einen Punkt: ihre Honorare. Aber das Image br√∂ckelt nicht nur bei mir. Auch die √Ėffentlichkeit wird skeptisch. In den vergangenen Jahren haben die √Ąrzte f√ľr h√∂here Honorare demonstriert. Viele Patienten rieben sich ungl√§ubig die Augen, als die¬†√Ąrzte anfingen, sich √ľber zu wenig Geld zu beklagen. Denn der ¬ęHerr Doktor¬Ľ, so glauben viele, verdient eher gut als schlecht. Das ist Teil des Bildes,das wir von ihm haben. Auf eine Frage m√∂chte ich mich in diesem Buch aber nicht einlassen: Verdienen¬†√Ąrzte genug? Diese Neid-Debatte bringt uns nicht weiter. Aber interessant ist sie schon deshalb, weil sie entlarvt, dass das Marktdenken auch l√§ngst bei uns Patienten angekommen ist. Wir sind Schn√§ppchenj√§ger geworden, die gerne in einem Discount-Gesundheitssystem beim besten Angebot zuschlagen. Teure¬†√Ąrzte sind da schon Luxusg√ľter, und wehe, sie kosten zu viel! Um diese Patientenmentalit√§t soll es im n√§chsten Kapitel gehen.Kommen wir zur√ľck zu den¬†√Ąrzten. Auch sie haben sich dem Markt angepasst. Das System hat die Einstellung der jungen Mediziner zu ihrem Beruf und letztlich auch zu uns Patienten ver√§ndert. Ich glaube, das liegt ein St√ľck an der Ausbildung.Die Studierenden m√ľssen schnell kapieren, dass sie in der Uni nur durchkommen, wenn sie sich anpassen und die Regeln befolgen. In der Klinik als Assistenzarzt ist das sp√§ter nicht besser: Wer Karriere machen und mal Oberarzt werden will, muss vor den meisten Chef√§rzten buckeln. Und so haben sie¬†sich auch an die neue Welt angepasst, die vor ihren Augen aus dem Solidarsystem herausgebrochen worden ist. Traurig ist,dass sie sich nie dagegen gewehrt haben. Sie haben eigentlich als Erste gesehen, was da kommt. Aber sie haben stillgehalten und √ľberlegt, wie sie sich anpassen k√∂nnen. In dieser Welt ist der Menschenfreund in dem TV-Bergdoktor nur noch eine schr√§ge Fiktion. L√§ngst z√§hlt eine ganz andere Qualit√§t, um in diesem Job zu √ľberleben.¬†√Ąrzte m√ľssen Zahlen mehr lieben als Menschen. Betriebswirte, √Ėkonomen und Investoren haben den Bergdoktor l√§ngst umgebracht. (..)

Fortsetzung folgt – bleiben Sie dran, es geht uns alle an. RH

 
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Fortsetzung 3 aus meinem Buch “Der goldene Skalp”

Fortsetzung 3 aus meinem Buch ‚ÄěDer goldene Skalp‚Äú

Das habe ich jahrelang nicht erkannt, und ich habe diese √Ąrzte immer entschuldigt. Wahrscheinlich liegt das an meiner Pr√§gung als Sozialarbeiterin. Ich habe lange Jahre in der Bew√§hrungshilfe viele schwierige F√§lle betreut, an deren Lage angeblich immer etwas anderes schuld war. Und so habe ich √Ąrzte eben auch entschuldigt und ihr Verhalten gerechtfertigt, so als k√∂nnten sie bei diesem System nicht anders reagieren. Aber in Wirklichkeit sind sie selbst verantwortlich. Sie zanken sich um Honorare und Patienten.

Der Wettbewerb hat mittlerweile aus Haus-, Fach- und Kinder√§rzten Konkurrenten gemacht, die sich gegenseitig misstrauen. Da tun mir die √Ąrzte einerseits leid, andererseits bekomme ich eine riesige Wut auf sie, weil sie es eigentlich in der Hand h√§tten, das System zu ver√§ndern, aber stattdessen im Hamsterrad den Honoraren hinterher rennen. Nur die √Ąrzte und ihr Verhalten zu kritisieren w√§re zu kurz gedacht. Wehren wir uns denn als Beitragszahler? Mein Eindruck ist, dass wir schon selbst glauben, in diesem Wildwestkrimi irgendwo auf √Ėl zu sto√üen und selbst Profit aus dem System herauszuschlagen. Uns Patienten bezeichnen die Kassen seit Jahren schon als Kunden, und ich habe immer mehr das Gef√ľhl, dass diese Propaganda mittlerweile in unseren K√∂pfen Wurzeln geschlagen hat. Wir sind so geblendet und √ľbersehen, dass dieses System das Verh√§ltnis zu uns Menschen komplett ver√§ndert hat. Wir sind keine Patienten mehr, und auch unsere Gesundheit ist zweitrangig. Nach Jahren der Recherche und Kampf mache ich mir deshalb nichts mehr vor: Das Solidarsystem existiert nicht mehr. Das ist nur noch ein sozialromantisches M√§rchen, das wir uns zur Beruhigung vor dem Schlafengehen erz√§hlen.

In Wirklichkeit stehen nur noch Ruinen, und die werden St√ľck um St√ľck von denen abgetragen und verkauft, die seit Jahren auf die Geldberge unseres Gesundheitssystems aus sind. Denn wir reden hier √ľber einen wachsenden Markt! Durch den flie√üen j√§hrlich allein an Kassenbeitr√§gen ca. 250 Milliarden Euro. Plus ca. 70 Milliarden Euro, die durch Zuzahlungen und unz√§hlige Gesundheitsprodukte dazukommen. ¬†F√ľr ein St√ľck von diesem Kuchen ist jeder bereit, seinen N√§chsten gewinnbringend zu verschachern. Die Krankenkassen die Funktion√§re. Die Funktion√§re die √Ąrzte. Die Politiker die √Ąrzte. Die √Ąrzte die Patienten. Die Gesunden die Kranken. Die Kranken die Schwerkranken. Denn das neue, marktregierte System verwandelt uns alle, es macht uns krank! Wir nehmen aber gar nicht wahr, was mittlerweile aus √Ąrzten, Pflegekr√§ften, Patienten und Politikern geworden ist. Unsere Gesellschaft ist l√§ngst auch mit dem Virus des Dollar-Fiebers verseucht. R√ľckblickend sa√ü ich acht Jahre lang in einem Kinofilm, in dem sich vor meinem Auge die Ausw√ľchse der menschlichen Gier abgespielt haben. Nur dass dieser Film nicht nach zwei Stunden aus war.

Er hat bis heute nicht aufgeh√∂rt. Nach jedem Ende wartete ein neuer Abgrund. Acht Jahre Lebenszeit habe ich f√ľr diese Schmierenkom√∂die investiert, als dieses Buch entstand. Eigentlich hatte ich mir geschworen, dass nie wieder ein Thema so Besitz von mir ergreifen darf. Mein Ziel war immer ein menschlicheres Gesundheitssystem ‚Äď dort bin ich noch nicht angekommen. Unterwegs habe ich aber so viel erlebt, dass ich mich f√ľhle wie ein Container, bis zum Rand angef√ľllt mit dem Unrat dieses Systems.

Ich muss einfach die T√ľren aufklappen und das alles zu Papier bringen, sonst platze ich noch. Darum ist dieses Buch auch meine Geschichte mit dem System. Ich werde hier die Fakten aufschreiben, die mittlerweile Regale voller Ordner und Boxen in meinem Archiv f√ľllen Greenhorns. Leichte Beute. Wirklich gut kennen sich nur die aus, die dieses System gebaut. Aber auch die vielen Erlebnisse, die mehr als Fakten unserem Gesundheitssystem die Maske herunterrei√üen.

Meine Erkenntnis dabei ist: Diese gierigen Fremden, nach denen ich so lange gesucht habe, das sind wir alle. Die Gier beherrscht uns, darum ist unser krankes Gesundheitssystem nicht mehr zu heilen. Es wird immer kr√§nker und schw√§cher, und die Medikamente, die ihm als politische Reformen gespritzt werden, bringen rein gar nichts. Darum m√ľssen wir die Augen √∂ffnen! Wir haben nur zwei M√∂glichkeiten: Entweder wir √ľbernehmen als Versicherte und √Ąrzte endlich Verantwortung und starten neu. Oder wir vergessen das mit der Solidarit√§t und dem Mitgef√ľhl, verh√∂kern das letzte Tafelsilber un d finden uns damit ab, dass wir kein Miteinander mehr wollen. Dann sollten wir uns aber besser mit dieser Welt anfreunden, die ich Ihnen, werte Leserinnen und Leser, in den n√§chsten Kapiteln zeigen werde. Und lassen Sie mich jetzt schon sagen, es ist eine h√§ssliche Welt! Und sie wird immer h√§sslicher. In ihr sind wir allesamt Greenhorns und leichte beute, f√ľr diejenigen, die sich diese Welt erdacht haben. Ihr sind wir als Patienten und √Ąrzte ausgeliefert.¬†(..) Fortsetzung folgt RH

 
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Teil 2 – Fortsetzung aus meinem Buch

Teil 2 aus meinem Buch “Der goldene Skalp” Kapitel 1 – Ich war ein Greenhorn

√Ąrzte, √Ąrztinnen, Schwestern und Pfleger m√ľssen spuren. In diesem Land war ich eine Fremde.Wenige Tage sp√§ter klingelte es bei uns, und vier √Ąrzte standen vor der T√ľr. Mein Hausarzt hatte drei Kollegen mitgebracht, und bis sp√§t in die Nacht sa√üen sie mit uns am gro√üen Tisch im Esszimmer und klagten ihr Leid mit dem Gesundheitssystem. So h√∂rte ich zum ersten Mal W√∂rter wie ¬ęRegelleistungsvolumen¬Ľ, ¬ęFallpauschale¬Ľ oder ¬ęRegress¬Ľ, und die √Ąrzte erz√§hlten von v√∂llig absurden Abrechnungen. Ich war entsetzt: Jeder Arzt bekommt im Quartal pro Patient eine bestimmte Summe. Egal, wie oft der Patient in seine Praxis kommt. Als die vier gegangen waren, sagte ich zu meinem Mann: ¬ęEntweder ich lese die falsche Zeitung, oder die vier haben uns die letzten Stunden f√ľr dumm verkaufen wollen. Oder sie sind einfach nicht ganz richtig im Kopf!¬Ľ Von dem, was die mir da erz√§hlten, hatte ich noch nie etwas geh√∂rt. Es war f√ľr mich wie eine Fremdsprache, in der sie sich unterhalten haben. Ich wollte wissen: Welcher Hornochse kommt auf die Idee, ein solches System, von dem 90 Prozent der Bev√∂lkerung abh√§ngig sind, so zu verkomplizieren, dass es niemand mehr versteht? Also bin ich bereits einige Wochen sp√§ter in den Bus eingestiegen und mitgefahren. Ich wollte k√§mpfen! Denn eine Welt ohne Haus√§rzte war keine, in der ich leben wollte. Mein Albtraum war, dass die freien niedergelassenen √Ąrzte weggespart werden und Handelsvertreter der Gesundheitskonzerne ihren Platz einnehmen. Die haben zwar auch Medizin studiert, sind aber f√ľr mich keine √Ąrzte mehr, weil es ihnen nicht um unsere Gesundheit zu gehen hat, sondern darum, den Gewinn ihrer Arbeitgeber zu steigern. Das Ende der Busreise war ein Debakel.Die √Ąrztinnen und √Ąrzte wollten, dass ihre Sorgen geh√∂rt w√ľrden. Stattdessen wurden ihre Redebeitr√§ge von einem anwesenden Politiker, √ľbrigens selbst Arzt, als ein Benehmen wie ¬ęRotz am √Ąrmel¬Ľ betitelt. Es wird keine Hilfe kommen. Das wurde mir damals klar. Also wollte ich k√§mpfen. Ich wollte diesen Fremden finden, der den √Ąrzten im Nacken sitzt und sie zwingt, ihre Patienten abzuspeisen. Ich wollte nicht, dass er unser Gesundheitssystem mit Haut und Haaren verschlingt. Also drehte ich jeden Stein um, ihn zu finden und in die Ecke zu treiben. Ich telefonierte, recherchierte, schrieb B√ľcher, gr√ľndete eine B√ľrgerinitiative und mietete f√ľr eine Demo das Olympiastadion in M√ľnchen. Ich wusste, dass Patienten und Haus√§rzte gemeinsam f√ľr das Gesundheitssystem aufstehen und es im Schulterschluss verteidigen m√ľssen. Sonst w√ľrde es niemand machen. Ich hatte immer geglaubt, dass √Ąrzte und Patienten nichts mehr wollen als eine gute Gesundheitsversorgung erhalten. Aber ich war noch immer ein Greenhorn. Und ich musste die Wahrheit schmerzhaft kennen lernen: Es gibt keinen Schulterschluss und kein Mitgef√ľhl mehr. Die √Ąrzte nutzten mein Engagement und meine Wut f√ľr ihre Zwecke aus. In all den Jahren ging es der Masse der √Ąrzte nie darum, die Systemfehler zu beheben; sie h√§tten die Macht dazu! Aber sie haben sich diesem System angepasst und sich eingerichtet. Es ging immer nur um die Honorare und nie um das, wof√ľr ich eigentlich angetreten bin. Ein √Ąrztefunktion√§r hat mir mal h√∂hnisch geraten, ich solle mich besser nicht so f√ľr die √Ąrzte aus dem Fenster lehnen. Denn eins sei sicher: Egal, wer der Schar vorweglaufe, er m√ľsse nur einen Hunderteuroschein hochhalten und die √Ąrzte w√ľrden blind hinterherlaufen. Egal in welche Richtung. Damals habe ich mich √∂ffentlich mit dem Funktion√§r angelegt, heute muss ich ihm leider recht geben: F√ľr die gro√üe Masse der √Ąrzte stimmt das.

Fortsetzung folgt Рbleiben Sie dran wenn Sie mehr wissen möchten! RH

 
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Ver√∂ffentlichung meines Buches “Der goldene Skalp” in Fortsetzungen Teil 1

Anl√§sslich des 10 j√§hrigen Jubil√§ums meiner Webseite www.patient-informiert-sich.de” ver√∂ffentliche ich eines meiner B√ľcher zum Gesundheitssystem in Fortsetzungen ab heute f√ľr die breite √Ėffentlichkeit, hier auf meinem Blog. 7.April 2017 RH

Teil 1

Renate Hartwig

Der goldene Skalp

Wie uns die Machenschaften der Gesundheitsindustrie

das Fell abziehen

¬ęWer wagt, gewinnt ‚Äď deshalb wage ich weiter.¬Ľ RH

Die Autorin

Renate Hartwig, geboren in Lindau, urspr√ľnglich Sozialarbeiterin,

ist heute Publizistin und Bestsellerautorin. Einer breiten √Ėffentlichkeit wurde Hartwig durch ihre kritischen B√ľcher √ľber ¬ęScientology¬Ľ bekannt, die sie schrieb, w√§hrend sie sich mutig gegen diese Organisation einsetzte. Mit demselben Engagement k√§mpft sie f√ľr ein Gesundheitssystem, in dem der Mensch und nicht der Mammon im Mittelpunkt steht. Sie stellt sich gegen die, wie sie sagt, von ¬ęKapitalinteressen¬Ľ dominierte Gesundheitspolitik. Die Art, wie sie seit Jahren gegen mafi√∂se Strukturen k√§mpft, findet in weiten Kreisen Anerkennung.

Vorwort

Weshalb dieses Buch? Habe ich nicht schon alles aufgeschrieben? Nein!¬†8 Jahre lang sa√ü ich in der ersten Reihe der Schmierenkom√∂die, die sich ¬ęunser Gesundheitssystem¬Ľ nennt. Ich kenne das miese Programm. Jetzt ist es Zeit f√ľr eine letzte Warnung. Ich will aus meinem Herzen keine M√∂rdergrube machen. Deshalb dieses Buch.

Renate Hartwig, April 2014

Kapitel 1   Die Wut eines Greenhorns

Ich war ein Greenhorn, eingeklemmt in den Sitz eines Reisebusses, auf meinem Weg in eine neue Welt. Greenhorns waren M√§nner und Frauen, die in ein unbekanntes Amerika aufbrachen, um ein neues Leben zu beginnen. Sie waren unerfahren und hatten keine Vorstellung von dem, was sie hinter dem Ozean erwartete. Sie waren perfekte Opfer f√ľr die Spie√ügesellen, die das raue Leben im neuen Land schon kannten. Die nutzten ihre Unerfahrenheit aus und benutzten sie f√ľr ihre Pl√§ne. Es f√§llt mir nicht leicht, mir das einzugestehen: Aber genauso ein Greenhorn war ich auch. Und lange habe ich die Wahrheit nicht gesehen. Vor 2007 begann meine Reise. Mit dem Bus fuhr eine Gruppe Haus√§rzte nach N√ľrnberg zu einem Treffen, bei dem sie richtig Dampf ablassen wollten. Sie waren w√ľtend und verzweifelt. √úberall um mich herum klagten M√§nner und Frauen √ľber ihre Situation. Sie schimpften und fluchten √ľber ein Gesundheitssystem, in dem sie Gefangene bei Wasser und Brot waren. Aber keine √Ąrzte mehr, die gerne Patienten behandelten. Sie hatten Angst um ihre Zukunft, denn die Entscheider hatten sie an der Kehle gepackt und dr√ľckten ihnen die Luft ab. Die Honorare waren schlecht, und was ich in diesem Bus h√∂rte, machte mir Sorgen: Viele Existenzen und Praxen standen vor dem Ende. Eine Welt ohne Haus√§rzte? Keine, in der ich leben wollte. So lange ich mich erinnern kann, hatte ich nie negative Erfahrungen mit √Ąrzten gemacht. Begegnungen mit ihnen hatte ich genug: Ich wei√ü noch heute, wie mein Kinderarzt, Dr. Wagner, ausgesehen hat. Graue Haare, f√ľr mich als Kind schien er riesengro√ü. Ja, er kam mir immer vor wie ein guter Riese. Wenn mir etwas wehtat, dann konnte er das wegzaubern. Ich konnte als Kind nicht verstehen, warum andere Kinder im Wartezimmer weinten und Angst hatten vorm Herrn Doktor. Aber es gab noch andere wichtige √Ąrzte f√ľr mich. Mein Vater war in meiner Kindheit schwer krank, und unser Hausarzt, Dr. Euler, kam immer zu uns nach Hause und hat ihn hervorragend betreut. Au√üerdem hat unsere ganze Familie meine kranke Mutter im Alter mit Unterst√ľtzung unseres damaligen Hausarztes daheim gepflegt. Dazu kamen Schwangerschaften, Geburten und nat√ľrlich Krankheiten. Alles waren Momente, in denen ich auf √Ąrztinnen und √Ąrzte angewiesen war und viele kennengelernt habe. Sie haben immer das erf√ľllt, was ich von ihnen erwarte: vertrauensvolle, verl√§ssliche Partner zu sein. Sie haben sich Zeit genommen, zu verstehen und zu helfen. 2007 √§nderte sich alles. Da sa√ü ich mit meinem rauen Hals im Sprechzimmer meines Hausarztes. Ich war allein ‚Äď der Doktor war kurz raus zum Telefonieren gegangen. Pl√∂tzlich bewegte sich das Bild auf seinem Computerbildschirm, und ein breiter roter Streifen erschien. ¬ęDie Behandlungszeit f√ľr diesen Patienten ist abgelaufen¬Ľ, leuchtete da. Ich war ziemlich schockiert. Bisher gab es f√ľr mich in diesem Zimmer nur den Arzt und mich. Aber auf einmal hatte ich das Gef√ľhl, als w√ľrde ein Fremder zwischen uns sitzen und bestimmen, dass ich jetzt zu gehen h√§tte. Aber ich konnte diesen Fremden nicht sehen und fragte mich: Wer entscheidet hier eigentlich, wie lange der Arzt mit mir reden darf? Ich wollte das verstehen, und als der Arzt zur√ľckkam, habe ich ihn sofort auf dieses Laufband angesprochen. Er war ziemlich √ľberrascht, es passte ihm nicht, dass ich den Hinweis auf seinem Bildschirm bemerkt hatte, und er sagte nur: ¬ęAch wissen Sie, das ist das System.¬ĽIch wollte, dass er mir das erkl√§rt, aber er meinte: ¬ęDazu reicht mein Budget nicht!¬Ľ Ich war irritiert ‚Äď bisher hatte ich nicht geh√∂rt, dass der Arzt f√ľr mich ein Budget hat. Bis dahin war ich immer voll Vertrauen zum Arzt gegangen, aber die Minuten in diesem Behandlungszimmer waren f√ľr mich wie ein Schock. Es war der Aufbruch in eine neue Welt, von der ich wenige Augenblicke vorher im Wartezimmer noch keinen blassen Schimmer hatte. Eigentlich ist das Bild von der neuen Welt ziemlich absurd, denn der Irrsinn dieses Gesundheitssystems trifft uns schon bei Lappalien wie einem Kratzen im Hals. Eigentlich sollten wir es deshalb kennen wie den Weg zum Hausarzt. So habe ich auch gedacht, dass ich eine Ahnung von diesem System h√§tte. Ich habe immer geglaubt, dass wir mit unseren Kassenbeitr√§gen ein Solidarsystem finanzieren, in dem der Gesunde f√ľr den Kranken zahlt. In dem Kassen das Beitragsgeld zum Wohle der Patienten verwalten und das nur zu dem einen Zweck existiert: im Krankheitsfall den Menschen mit den notwendigen Mitteln zu helfen. Damals wurde mir aber klar, dass wir f√ľr das ¬ęSystem¬Ľ eine v√∂llig neue Landkarte brauchen. Ich merkte zum ersten Mal, dass ich ein Greenhorn war. Zwar habe ich eine Versichertenkarte in meinem Geldbeutel, bin also B√ľrgerin des Landes ¬ęGesundheitssystem ¬Ľ, aber ich wurde wie alle anderen Kassenpatienten sch√∂n dumm gehalten. Denn ohne unser Wissen wurde die Gesundheitsversorgung umgepfl√ľgt und neu gestaltet, so dass ein g√§nzlich wildes und unentdecktes Land entstanden ist. In diesem Land herrschen nicht mehr Solidarit√§t, Mitgef√ľhl und Menschenw√ľrde. In diesem Land schwingen die Betriebswirte, √Ėkonomen und Investoren die Gewinnpeitsche..(..)

Bleiben Sie dran, lesen Sie weiter, wie unser Gesundheitssystem tickt, Fortsetzung folgt RH

 
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