Theorie und Praxis Solidarsystem!

Im Januar sind es 10 Jahre, in denen ich mich mit dem Gesundheitssystem auseinandersetze und stelle nach wie vor fest:
95 % sind dafĂŒr wenn sie daraus profitieren. Genausoviele sind aber dagegen, wenn von ihrem Beitrag die Behandlung anderer finanziert werden. Menschelt es nur? Oder wird uns ĂŒber dieses Wort Solidarsystem seit langem etwas vorgegaukelt?
Uns wird laufend erzĂ€hlt, unsere KassenbeitrĂ€ge wĂ€ren ein Beitrag zum Solidarsystem! Genau da wĂŒrde ich wieder gern einmal hineinleuchten. Wenn unser System so aussĂ€he, dass wir zur Bank gehen und dort eine Gesundheitsversicherung abschließen, die wir ansparen und die uns dann ausbezahlt wird, wenn wir krank werden, hĂ€tte ich gar nichts gegen die SchnĂ€ppchenjĂ€gerei. Na klar ist es dann ein gutes GefĂŒhl, nicht den teuren Tarif abgeschlossen zu haben. Wie es uns die Kassen in ihren Werbungen wies machen wollen. Aber unser Solidarsystem wird uns von der Politik so verkauft, dass unser Geld fĂŒr Menschen ist, die es aufgrund ihrer Krankheit und ihres Alter brauchen. Also nicht fĂŒr uns, sondern fĂŒr die, die gerade in diesem Moment nach einem Unfall in die Notaufnahme eingeliefert werden. Die alle zwei Tage zur Dialyse mĂŒssen, weil ihre Nieren kaputt sind. Die Mitte achtzig sind und mehr Medikamente brauchen. Sie alle können nicht mehr feilschen und fĂŒr sich das Beste rausschlagen. Es geht um ihr Leben und ihre WĂŒrde. Und entlarvt sich unsere Sparsamkeit nicht, wenn wir uns fĂŒr einen Moment vorstellen, diesen Menschen ins Gesicht zu sagen: “Es ist ein gutes GefĂŒhl, wenn ich fĂŒr dich nicht mehr zahle als nötig. Besser sogar weniger!”? Die Kassen packen uns bei unserem Ego und lehren uns, unsere Versicherung als einen Vertrag zu verstehen, den wir genauso gut auch fĂŒr unser Telefon hĂ€tten abschließen können. Da freuen wir uns auch, wenn wir einen vorteilhaften Tarif und attraktive PrĂ€mien bekommen. Die Botschaft der neuen Krankenversicherung ist: Wir können fĂŒr uns etwas rausschlagen. Nicht mehr bezahlen als nötig! Das ist perfektes Werbedeutsch, und bei einem Telefontarif fĂ€nde ich es angemessen. FĂŒr unser Gesundheitssystem ist es ein Desaster. SchnĂ€ppchenjĂ€ger sind Pfennigfuchser und schauen aufs Geld. Und was passiert, wenn sie kapieren, dass dieses System allen dienen soll und nicht ihnen allein? Dann werden sie nicht großzĂŒgiger, sondern geiziger. Sie sind ja mittlerweile dafĂŒr trainiert, auf den Preis zu achten! Und wehe, einer ist zu teuer! Teuer werden Patienten dann, wenn sie schwer krank sind. Und genau da fange ich immer wieder, mit dem Hinterfragen nach diesem nach außen propagierten Solidarsystem. RH

 
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